Zeit für neue Hardware

Nach gut 4 Jahren war es gestern an der Zeit, meinen alten Prozessor samt Speicher, Board und SSD in den Ruhestand zu schicken. Der AMD Phenom II 1090T hat immer zuverlässig seinen Dienst verrichtet, doch ist er mit der Zeit einfach zu oft an seine Leistungsgrenzen gekommen. Vor allem hat meine Grafikkarte, eine GeForce 1060 GTX, welche bereits vor einigen Monaten eine AMD R9 290 Tri-X OC Edition ersetzt hat, gar nicht ihre volle Leistung ausspielen können.

 

 

 

 

Mit AMD Prozessoren bin ich immer zufrieden gewesen, ich war der Marke schon seit Jahren treu. Warum also zu Intel wechseln, wenn mit dem AMD Ryzen 5 ein leistungsfähiger (und vor allem bezahlbarer) Prozessor auf dem Markt ist? Es sollte ein AMD Ryzen 5 1600 (boxed, mit Wraith Spire Kühler) werden. Mit 3.2GHz, 6 Kernen und 12 Threads hat er ordentlich Dampf unter der Haube. Das Mainboard kommt (wieder mal) aus dem Hause ASRock. Das AB350M Pro4 ist ein µATX-Board mit einem AMD B350 Chipsatz. Ich habe mich bewusst für dieses Board entschieden, da es eine M.2 Schnittstelle hat, welche über PCIe 3.0 x4 angebunden wird (dazu später mehr). Die zweite M.2 ist lediglich per SATA angebunden. Neben vier Speicherbänken (64GB maximal) hat es als weiteres Highlight einen USB-C Anschluss. Die restliche Ausstattung ist mehr oder weniger Standard.

Die SATA SSD wurde durch eine M.2 NVMe SSD ersetzt. Der Schritt von 240GB zurück auf 120GB war zu verkraften, so war die SATA SSD seinezeit nie über 40% ausgelastet. Der Leistungsgewinn der Corsair Force Series MP500 zur SATA SSD ist gigantisch. Von theoretischen 500MB/s bzw. 520MB/s lesen/schreiben auf 3000MB/s bzw. 2400MB/s lesen/schreiben ist deutlich spürbar. Der Performancegewinn gleicht die Reduzierung des Speichervolumens um 50% definitv aus! Der Arbeitsspeicher ist ein “Abfallprodukt” aus einer Aufrüstung eines PC eines Bekannten. Ich habe dort vier Riegel mit jeweils 4GB DDR4-2133 sehr günstig erwerben können. In anbetracht des günstigen Preises waren mir Leistungsdaten an dieser Stelle vorerst nicht so wichtig. Vielleicht werden die Riegel in der nächsten Zeit noch gegen etwas schnellere Speichermodule ausgetauscht. (Nachtrag: Ich habe einen weiteren Test mit zwei “hochwertigen” 8GB Modulen eines Bekannten durchgeführt: keine nennenswerten Veränderungen!)

Die Grafikkarte, eine ASUS Expedition GeForce 1060 GTX mit 6GB GDDR5, steckt schon seit längerer Zeit in meinem Rechner. Sie durfte bereits unter dem Phenom II werkeln und hat vor kurzen eine AMD R9 290 Tri-X OC Edition ersetzt (die Preise für gebrauchte R9 waren durch den Mining-Hype extrem hoch 😉 ). Meine alte Hardware ging als Erbstück an meinen Sohn, dessen µATX-Gehäuse somit übrig war. Daher meine Kaufentscheidung für ein µATX-Board 😉 Sämtliche Hardware ist nun in ein Aerocool DS Cube in Orange umgezogen. Die Anzahl der Lüfter hat sich von fünf auf zwei reduziert. Das Ergebnis: leicht erhöhte Temperaturen im Gehäuse. Angenehm aber ist die reduzierte Geräuschkulisse!

Die Montage und er Einbau der Hardware verlief relativ leicht und problemlos. Lediglich das enge µATX-Gehäuse behindert etwas bei der Montage. Das kann allerdings auch an meinem riesigen Händen und Wurstfingern liegen 😉  Spannend ist immer der Moment, wenn alles eingebaut und angeschlossen ist und man dann zum ersten Mal den Power-Button drückt. Was passiert? Fährt die Kiste hoch? Kommt das beruhigende “piep” nach dem POST? Zeigt der Bildschirm etwas an? Ja! Alles da, alles klar, alles fehlerfrei! 🙂 Kurz ins Bios geschaut (welches sich leider nicht auf Deutsch umstellen lässt) und die Einstellungen überflogen, Bootreihenfolge angepasst und gespeichert. Den USB-Stick mit dem Windows 10 Pro x64 habe ich bereits Tags zuvor mit der aktuellen Version 1703 vorbereitet. Das Setup war nach gut 5 Minuten durch. Nach der Hardwareerkennung und diversen Reboots hat Cortana mich dann begrüßt. Zum Glück habe ich keine Lautsprecher am PC, denn Cortana quatscht seit der Version 1703 im OOBE-Setup munter durch die Gegend (habe das vor einigen Tagen auf einem Notebook erlebt und mich gefragt, wer denn im Wohnzimmer redet). Alles in allem war das System nach gefühlten 30 Minuten einsatzbereit. Nach der ersten Anmeldung wurden als erstes natürlich die Crimson Chipsatztreiber für das Mainboard installiert. Auch diese standen neben dem Treiber für die Netzwerkkarte bereits auf einem USB-Stick zur Verfügung. Zum Glück, denn die Netzwerkkarte verweigert zu diesem Zeitpunkt noch ihren Dienst!

Hier sei angemerkt, das der AMD Crimson Chipsatztreiber zwar einen Treiber für die Realtek Netzwerkkarte im Gepäck hat, dieser jedoch keine Netzwerkverbindung zur Fritzbox aufbauen konnte. Mit dem Treiber aus dem Downloadbereich von ASRock hat es dann funktioniert. Der Gerätemanager war im Anschluss aber sauber!

Wie sieht es denn nun mit dem erhofften Leistungsgewinn aus? Der schlaue Admin macht sich natürlich vor dem Umbau der Hardware über solche Ziele ein paar Gedanken. So habe ich vor der Außerdienststellung des Phenom einmal den ChrystalDiskMark über die SSD laufen lassen und die Gesamtleistung des Rechners mit Futuremark PCMark 8 und Futuremark 3DMark gemessen. Die Ergebnisse, vor allem der SSD, überraschten mich äußert positiv!

Links der ChrystalDiskMark (Standard, keine Einstellungen angepasst) der alten SATA SSD, rechts der DiskMark der neuen M.2 SSD 😮

 

 

 

 

Vom PCMark 8 habe ich ebenfalls zwei Screenshots angefertigt. Links das alte System, rechts wieder das neue System 🙂

 

 

 

 

Die Ergebnisse des PCMark 8 Benchmarks sind hier zu finden:
Alter PC
Neuer PC

Hier die Ergebnisse des 3DMark Benchmarks. Leider ist der Benchmark beim alten PC immer an der gleichen Stelle abgestürzt. Man kann diesen also nicht wirklich objektiv zum Vergleich heranziehen:
Alter PC
Neuer PC

Alles in allem ist der Leitungszuwachs spür- als auch messbar vorhanden! Das Update vom Phenom II 1090T auf den Ryzen 5 1600 inkl. der neuen M.2 SSD ist mit Sicherheit nicht günstig gewesen, hat sich jedoch auf jeden Fall gelohnt. Mit diesem System werde ich in der nächsten Zeit sicherlich nicht an die Leistungsgrenzen kommen 🙂

 

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